Unsere Informationen
Information für Ärzte

Seit dem 01.12.2007 können wir als Mitglied im Therapieverbund Leipzig-Ost „Horizonte“ Komplexleistungen zur Frühförderung von Kindern anbieten. Zu diesem Therapieverbund gehören folgende Praxen:

Heilpädagogische Praxis „Die Kinderinsel“ Frau Dipl.-Päd. Carla Sammler
Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie Frau Dipl.-Psych. Sabine Abraham
Logopädische Praxis Frau Ute Wiese
Logopädische Praxis Frau Jana Herrmann
Praxis für Ergotherapie Herr Benno Hundt

Ab dem 01.06.2008 können wir Ihnen auch Musiktherapie in Zusammenarbeit mit Frau Helen Duhm  (staatlich anerkannte Ergotherapeutin und Musiktherapeutin) anbieten. Wenn sie Fragen zu den Preisen (da keine Leistung der Krankenkassen) und den freien Terminen haben, nehmen sie mit uns bitte Kontakt auf.

 
Information für Eltern
Sensorische Integration- Was ist das?
Sensorische Integration gehört zur normalen Entwicklung. Die Verbindung und Verarbeitung von Berührung, Bewegung, Körperhaltung, Riechen, Schmecken, Tasten, Hören und Sehen ist die elementare Grundlage von Handeln, Sprechen und Lernen.
Alle über die Sinnessysteme aufgenommenen Informationen werden "integriert". Das bedeutet, sie werden im Nervensystem und Gehirn weitergeleitet, verarbeitet und gedeutet, so dass sie in sinnvolle, der jeweiligen Situation angemessene Handlung umgesetzt werden können.
Störung der Sensorischen Integration- Was ist das?
Wenn die Verarbeitung der aufgenommenen Informationen beeinträchtigt ist, werden Lernen und Handeln schwierig. Kinder verlieren dann schnell Ihren Mut und die Freude am Lernen. Verhaltensauffälligkeiten können entstehen. Eine Sensorische Integrationsstörung ist also eine Wahrnehmungsstörung die mit Koordinations- Motorik und Verhaltensauffälligkeiten sichtbar wird.
NACH OBEN!
Wie fällt eine Störung der Sensorischen Integration auf?
Schon im frühen Kindesalter zeigen manche Kinder abwehrendes oder wenig angepasstes Verhalten.
•   Sie möchten nicht berührt werden.
•   Sie zeigen Veränderungen der Körperspannung und machen sich ganz steif.
•   Sie zeigen Unsicherheiten und Verzögerungen in der Koordinations- und
Bewegungsentwicklung.
•   Der eigene Körper und das Umfeld wird nur wenig erkundet.
•   Gleichgewicht und Berührungsempfindungen erscheinen unreif.
•   Sie zeigen Probleme im Umgang mit Gleichaltrigen.
Wie kann die Therapie dem Kind helfen?
Der Behandlung geht eine differenzierte Befunderhebung voraus. Sie beginnt mit einer ausführlichen Befragung zur bisherigen sensomotorischen Entwicklung und zur Reaktion auf Sinnesreize. Hierauf folgen strukturierte und gezielte Beobachtungen - wenn notwendig - spezielle Tests zur sensorischen Integrationsentwicklung.
Für das Konzept der SI-Therapie ist die Information der Bezugspersonen und der Lehrer zum Umgang mit diesen Problemen und die Erarbeitung konkreter Hilfestellungen zur Gestaltung des Umfeldes, von besonderer Bedeutung.
Für welches Alter ist die Sensorische Integrationstherapie geeignet?
Je jünger der Mensch ist, desto plastischer und formbarer sind sein Nervensystem und sein Gehirn. Deshalb ist dieses Therapiekonzept in den ersten Lebensjahren besonders effektiv. Wenn die Störungen erst später behandelt oder daraus resultierende Probleme erst im weiteren Verlauf deutlich werden, kann die Therapie ebenfalls sehr wirkungsvoll sein, kann aber länger dauern. Je länger die Störungen unbehandelt bleiben, desto eher werden sie möglicherweise von Vermeidungen, Kompensationen und Verhaltensproblemen überlagert. Das erschwert die Diagnostik und kann den therapeutischen Prozess ebenfalls verlängern.
NACH OBEN!
Was wird bei der Sensorischen Integrationstherapie im Einzelnen gemacht?
Entsprechend dem Befund werden dem Patient sensorische Angebote gemacht, die im Rahmen seines Leistungsniveaus eine Herausforderung darstellen, motorische Aktivitäten zu entwickeln. In der Behandlung gilt der Grundsatz, dass die angebotenen Aktivitäten für das Kind von Bedeutung sind. Daher werden Spiel, Bewegung, sportliche Übung und gestalterisch wirkende Tätigkeiten als Lernfeld für das Kind genutzt. Die Angebote werden in Art und Dosierung ständig kontrolliert und der Reaktion des Kindes angepasst. Der Therapeut nutzt hierbei sein spezielles Wissen über die Wirkung der Sinne aufeinander.
Die motorische Planung kann z.B. in einem Bewegungsraum oder einem Werkraum verbessert werden. Auch mit speziellen Computerprogrammen kann eine Verbesserung der Wahrnehmungsverarbeitungsleistungen des Kindes erzielt werden.
Auf verschiedenen Geräten und mit unterschiedlichen Materialien können Gleichgewicht, Körpergefühl, Koordination und Selbstvertrauen verbessert werden. Diese Fähigkeiten wird das Kind durch die alltagsnahe Behandlung auch außerhalb der Therapiesituationen nutzen können.
Folgende Screenings und standardisierten Testverfahren werden bei Bedarf innerhalb der ergotherapeutischen Befunderhebung in unserer Praxis verwendet:
Entwicklung der ersten Lebensjahre des Kindes:
•   Griffiths- Entwicklungsskalen (GES) 1. und 2. Lebensjahr
•   Sensomotorisches Entwicklungsgitter nach Kiphard
•   Münchner Funktionelle Entwicklungsdiagnostik nach Hellbrügge
•   TSFI - Test of Sensory Integration for Infants (3 Monate bis 3 Jahre)

Testverfahren zur Erfassung der sensomotorischen Fähigkeiten des Kindes:
•   ET 6-6 - Entwicklungstest von 6 Monaten bis 6 Jahre
•   MOT- Motoriktest für 4- 6 jährige Kinder
•   FTM- Frostig Test der Motorik
•  Movement ABC-2 - Movement Assessment Battery for Children - Second Edition (ein Testverfahren für die diagnostische Untersuchung der motorischen Leistungsfähigkeit für Kinder und Jugendliche im Altersbereich von 3;0 Jahren bis 16;11 Jahren)

Testverfahren zur visuellen und graphomotorischen Leistungserfassung des Kindes:
•   FEW-Frostig- Testung der visuellen Wahrnehmungsverarbeitung
•   DTVP-2- Testung der Motorik abhängigen und Motorik unabhängigen visuellen
Wahrnehmungsleistungen
•   DTVP-A ab 11 Jahre
•   GMT- Graphomotorische Testbatterie

Testverfahren zur Erfassung der vorschulischen/schulischen Fähigkeiten des Kindes
•   HPT- Handpräferenztest
•   MAP- Miller Assessment for Preschoolers
•   TÜKI-Tübinger Luria-Christiansen Neurophysiologische Untersuchungsreihe für Kinder
•   ZAREKI (Neuropsychologische Testbatterie für Zahlenverarbeitung und Rechnen bei Kindern)
•   BAKO 1-4 (Basiskompetenzen für Lese-Rechtschreibleistungen - Test zur Erfassung
.der phonologischen Bewusstheit vom ersten bis zum vierten Schuljahr


Aus diesen Testverfahren wählt der Therapeut die notwendigen und auf das Störungsbild bezogenen Verfahren aus.
Aus freien und gezielten Beobachtung, Befunderhebung, Testverfahren und Gesprächen mit den  Eltern (bei Bedarf auch mit den Lehrern und den Erziehern) und dem Kind ergibt sich die ergotherapeutische Behandlungsplanung.

NACH OBEN!